Flifis: Hochsitz für Turmfalken

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VON: QUELLE RHEINISCHE POST

Naturschützer der Initiative „Fliegende Fische“ installierten am Brückerbach in Wersten Sitzstangen für Greifvögel. Die Freizeitangler kümmern sich schon seit vielen Jahren um das Wohl seltener Vogelarten und bedrohter Tiere.

Von Marlies Jurk

Wersten Lange mussten die Naturschätzer von der Initiative „Fliegende Fische“ des Anglersportvereins Petri Heil 04 warten, bis sie wieder aktiv den Dienst in der heimischen Fauna antreten durften. Wegen des anhaltenden Bodenfrotes der vergangenen Wochen mussten geplante Aktionen immer weiter hinaus geschoben werden. Aber am vergangenen Wochenende wurde es wärmer, und den Arbeitswilligen stand nichts mehr im Wege, ihre Pläne in die Tat umzusetzen.

Kleine und große Helfer

So machten sich neun Erwachsene und acht Kinder aus dem Verein und den umliegenden Wohnsiedlungen auf den Weg zum Brückerbach, um dort drei so genannte Julen zu errichten. Die waagerechten Sitzstangen auf einem etwa drei bis vier Meter hohen Mast dienen Falken, Bussarden und anderen Greifvögeln als Ansitz für ihre Jagt. Solche Greifvogelansitze werden verstärkt dort aufgestellt, wo hehe Ausblicke wie große Bäume, Gemäuer oder Gebäude für die kräftigen Vögel fehlen. Der Stadtentwässerungsbetrieb Düsseldorf hatte die Genehmigung für diese Aktion ausgesprochen, weil durch die Förderung der heimischen Greifvögel gleichzeitig eine ökologische Regulierung des Bestands von Wühlmäusen gegeben ist.

Die Initiative „Fliegende Fische“ kümmert sich gemeinsam mit dem Naturschutzbund (Nabu) in der Region seit mehreren Jahren um den Schutz seltener Vogelarten und anderen bedrohter Tiere. So wurden und werden jeweils in der kalten Jahreszeit Meisenknödel hergestellt und ausgeteilt, um Frühjahr Nistkästen für den Turmfalken errichtet oder im Sommer ein „Hotel“ für Hummeln, Bienen und Wespen erbaut.

Projektleiter Dirk Schaufler freut sich über den großen Zuspruch von Naturfreunden auch aus der Nachbarschaft der Neubaugebiete am Gansbruch und Brassertweg. Die Kinder sind so begeistert bei der Sache, wenn es darum geht, etwas für Tier zu tun, dass sie gleich auch ihre Freunde zum Einsatz mitbringen. Die kleinen Mitstreiter hatten bei der Aktion noch eine spezielle Sonderaufgabe: Sie mussten am Bachverlauf sieben Mini-Julen aufbauen. Die sollen dem Eisvogel, der das Gebiet zunehmend bevorzugt aufsucht, seine Nahrungssuche von Jungfischen erleichtern.
In der kommenden Woche werden in Zusammenarbeit mit dem Stadtentwässerungsbetrieb der Landeshauptstadt Nisthilfen in verschiedenen Ausführungen für Singvögel wie Rothkehlchen, Meisen, Gebirgsstelzen, Wasseramseln und anderen im Bereich des Brückerbachs installiert. Unterstütz wird der Einsatz von dem Ornithologen des Nabu, Alfred Leisten.

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