Flifis: Gewässeruntersuchung März 2012

Wasser fasziniert Kinder.

flifislogoDas weiß auch Frank Kleinwächter, Verbandsjugendwart des Rheinischen Fischereiverband von 1880 e.V. und Vorsitzender vom ASV Petri Heil 04 Düsseldorf. Sein Fachwissen und seine Kontakte zu Vereinen und Behörden nutzte er um eine Ferienbetreuung für Kinder zu organisieren.

Bereits vor Jahren wurde innerhalb des ASV Petri Heil 04 Düsseldorf die Initiative fliegende Fische, kurz FLIFIS (flifis.de) gegründet. Im Rahmen dieser Gruppe wurden schon viele Umweltprojekte, mit Kindern aus Düsseldorf, durchgeführt und sogar Landes- und Bundespreise gewonnen.

WFK1In diesem Jahr führten die FLIFIS, in Zusammenarbeit  mit dem Umweltamt Düsseldorf und dem Rheinischem Fischereiverband von 1880 e.V. ein mehrtägiges Ferienprogramm im Rahmen der Ganztagsbetreuung der AWO Düsseldorf für die Kinder der Henri-Dunant-Grundschule durch. Während dieser Tage wurde die natürliche Neugier der Kinder für Wasser genutzt, um den Mädchen und Jungen den „Lebensraum Gewässer“ näherzubringen.

Auf ganz besondere Weise hat Frank Kleinwächter, unterstützt durch seine Frau Petra Makowika, diesen Workshop vorbereitet. Für die Kids wurde dazu ein vielfältiges und spannendes Programm erarbeitet. Wohlwollende Unterstützung kam von Klaus Bode von der Unteren Fischereibehörde Düsseldorf und von Ernst Schramm vom Umweltamt Düsseldorf.

WFK2Gemeinsam mit den Vereinsjugendwarten Jan Dewitz und Stefan Lücker und zur weiteren Betreuung Rosa Rossi, Pascal von Treskow, Rainer Diehle sowie der Schulsozialarbeiterin Frau Loop fing der Tag mit einem kleinem Casting, dem Wurfsport der Angler, an. Dieses nutzten die Betreuer um die vielen Kinder kennenzulernen. Das spielerische Werfen mit einer Angel machte den Kids sichtbar Spaß.

Im Vorfeld wurden die Kinder in drei Gruppen aufgeteilt. Es gab die Aalgruppe, die Gruppe der Bitterlinge und die Bachforellengruppe. Bei einer Exkursion zum nahegelegenem Vereinsgewässer des ASV Petri Heil 04 Düsseldorf wurden von den Kindern anhand von Arbeitsblättern die Lebensräume der Tiere am und im Gewässer protokolliert. Es wurde nach Amphibien geforscht, ein mit Parasiten befallener Fisch beobachtet und viele Wasservögel bestimmt. Es wurden aber auch Eigenschaften des Gewässers besprochen und Wasserinsekten beobachtet. Die Kinder erfuhren z.B. warum Wasserläufer über das Wasser laufen können oder wie Fische atmen.

WFK3Mit einem, von der Firma Paladin gesponsorten, Wasserforscherkoffer fingen die kleinen „Ferienforscher“ allerlei Fliegenlarven, Flohkrebschen, Egel, Schnecken und Libellenlarven. Die gekescherten Tiere wurden von den Kindern in den Becherlupengläsern mit viel Interesse untersucht, um dann die Gewässergüte zu bestimmen. Hierbei wurde den Kids auf spannende Weise die vielfältige Unterwasserwelt praktisch erlebbar gemacht.

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Der Brückerbach, (vom ASV Petri Heil 04 Düsseldorf wird eine Bachpatenschaft angestrebt) war Exkursionsort des weiteren Tages. Es begann mit der Einführung in das Thema „Lebensraum Bach“. Im Verlauf des Tages wurden auf leicht verständlichen, kindgerechten Arbeitsblättern die Bachtiere, Fische und Kleinstlebewesen von den Kids bestimmt. Der Bach wurde „kartiert“ und seine Fließgeschwindigkeit ermittelt. Höhepunkt des Tages war eine Befischung durch eine E-Fischergruppe der ARGE Lachs 2020 / Eifelrur unter Leitung von Heinz–Josef Jochims. Die E-Fischer haben im Rahmen eines Monitoring eine Fischtreppe im Brückerbach elektrisch abgefischt. Diese Befischung wurde von Frank Kleinwächter bewusst in den Ferienworkshop integriert, damit die Kinder einen Überblick über die Artenvielfalt der Fische im Gewässer bekommen. Die von den Elektrofischern zur Bestimmung zwischengehälterten Fische waren für die Jungs und Mädels faszinierend. Auf Klassifizierungsbögen durften sie Häufigkeitsklassen, Stückzahlen und Größengruppen bestimmen. Die erfahrenen Elektrofischer staunten über das Wissen der Grundschüler. Barsch, Rotauge und Stichling wussten alle sicher zu identifizieren. Sogar ein seltenes Neunauge wurde von einigen als solches erkannt.

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Der „Liebling“ der Mädels und Jungs war jedoch ein kleiner Signalkrebs. Ohne Berührungsängste wurde der Krebs, trotz seiner bedrohlich wirkenden Scheren, vorsichtig auf die Hand genommen und genaustens untersucht.

Auf ausgebreiteten Decken haben die Grundschüler, nach dem Mittagessen, eifrig ihre Protokollbögen ausgefüllt und die Tiere gezeichnet. Die ermittelte Beschaffenheit des Bachuntergrundes, des Bachverlaufs, Tiefe, Breite und Strömungsgeschwindigkeit wurden, neben weiteren Parametern, von den Kids protokolliert. Die Kinder haben selbstständig erforscht was in und an den Gewässern vor unserer Haustür lebt. Mit vielen Fragen an die Fachleute haben sie ihre Neugier befriedigt und gelernt, dass es unter der Wasseroberfläche ein reichhaltiges Leben gibt.

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Wesentlich unterstützt, und damit erst möglich gemacht, hat neben vielen Helfern diesen mehrtägigen Workshop auch die freundliche Unterstützung der Firma Henkel, Düsseldorf. Mit viel persönlichem Engagement haben die Ehrenamtler den Kids Inhalte vermittelt, die im Schulunterricht in dieser Form nicht verwirklicht werden können. Und der Erfolg gibt ihnen Recht, mit Ihren kreativen Ideen, haben Frank Kleinwächter und alle ehrenamtlichen Helfer, mit diesem Pilotprojekt den Kindern der Henri- Dunant- Grundschule die Natur direkt vor der eigenen Haustür aktiv vermittelt.

Für die Zukunft plant Frank Kleinwächter im Rahmen der Initiative FLIFIS weitere regelmäßige Projekte mit Kindern. Damit möchte er den Kindern durch die unmittelbare Nähe zur Natur und durch ihr eigenes praktisches Handeln schon früh das Verständnis für unsere Umwelt vermitteln.

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